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Mein Fazit: Bienenkiste versus Einraumbeute

HeYo!

Im Jahr 2015 bin ich mit der wesensgemäßen Bienenhaltung in einer Bienenkiste gestartet. Leider bin ich garnicht bis zum Winter gekommen, da es drohnenbrütig war und ich es als blutiger Anfänger nicht erkannt habe.

Bereits am Anfang bin ich Mitglied beim lokalen Imkerverein geworden und war dort die einzige mit einer Bienenkiste. Ich konnte mich kaum austauschen, da die Betriebsweise zur intensiven Bewirtschaftung in Magazinbeuten zu unterschiedlich ist und ich auch noch keine Erfahrungen und Verständnisse für das Wesen Bien hatte, sodass ich unabhäng der Betriebsweise Gespräche führen oder daran teilnehmen hätte können. Ich fühlte mich schon einwenig allein und auch die Austauschmöglichkeiten im Internet fand ich nicht optimal, der Ton oft rauh und vorwurfsvoll. Als Anfänger hat mich das oft noch mehr verwirrt.

2019 habe ich dann ein Volk bei einer Brutwabenerneuerung verloren und 2020 auch eines, ohne dass ich es mir erklären hätte können. Immer wieder kamen diese „wenn du Rähmchen ziehen kannst, dann kannst du schneller eingreifen und weißt besser was los ist“ in meinen Kopf und so entschied ich mich es zu probieren. Ohne selbst Erfahrungen zu machen, konnte ich mir ja auch keine Meinung darüber bilden …

Wenn Bienen schwärmen wählen sie ihre neue „Behausung“ nach verschiedenen Kriterien aus, aber ein besonders wichtiges ist das Volumen, dass diese Wohnung bietet – unabhängig ob diese vertikal oder horizontal ist. Ich habe gerechnet wieviel Wabenfläche und Volumen insgesamt die Bienen in der Bienenkiste haben und so war klar eine Einraumbeute wirds werden. Aber die kleine von Bienen Janisch in der Steiermark mit 12 Rähmchen (327 x 285 x 448 mm). Vom Volumen her bietet die Einraumbeute einwenig mehr Platz als der Brutraum in der Bienenkiste. Wenn der Honigraum der Bienenkiste hinzugerechnet wird, dann komme ich mit einer Flachzarge als Honigraum auf der Einraumbeute wieder mit und sogar noch bisschen mehr.

Zwei Bienenkisten und zwei Einraumbeuten verabschieden sich in den Winter.

2019 bin ich schon erstmal gestartet in der Einraumbeute, aber das Volk kam nicht durch den Winter. Dann 2020 erneut mit 2 Einraumbeuten. So habe ich bis jetzt vom Schwarmeinlauf – Sommer – Winter – Frühjahr bis hin zum Sommer mit Honigernte hinter mir und kann euch jetzt mein Fazit mitteilen.

Dazu möchte 3 Arbeiten herausnehmen und miteinander vergleichen:

  • Schwarmkontrolle
  • Honigernte
  • Winterbehandlung mit Oxalsäure

Schwarmkontrolle

Bienenkiste

Zeitaufwand: 5 Minuten

Arbeit: Ich kippe die Bienenkiste, gebe 1 – 2 Rauchstöße, sodass sich die Bienen in den Wabengassen zurückziehen und ich die Spielnäpfchen, bzw. Weisezellen sehen kann.

Vorteil: Ich sehe sofort wie es dem Volk geht (ist es schwach oder stark). Ich störe die Integrität des Bienenvolkes nicht – zerstöre nicht das Kleinklima zwischen den Wabengassen. Ich kann die Weiselzellen leicht erkennen, da die Bienen sie normal an der Wabenunterseite bauen, von wo ich auf die Bienen schaue.

Nachteil: Potentiell übersehe ich eine Weiselzelle, z.B. beim Übergang zum Honigraum.

Einraumbeute

Zeitaufwand: 30 Minuten

Arbeit: Ich öffne den Deckel und muß Rähmchen für Rähmchen rausziehen (die sind sehr lang und schwer!).

Vorteil: Ich übersehe keine Weiselzelle.

Nachteil: Es ist ein starker Eingriff in die Intergrität des Bienenvolkes. Bienen leben in einer Geruchswelt und durch das Ziehen der Waben wird das Kleinklima zwischen den Wabengasse zerstört – sie brauche bis zu 4 Tage bis das wieder hergestellt ist. Die Schwarmkontrolle mache ich unter Umständen für 2 Monate alle 9 Tage, also eine starke Störung und hoher Zeitaufwand. Mir gings dabei nicht gut, soviel zu stören.

Fazit: Da ich bei der wesensgemäßen Bienenhaltung dem natürlichen Schwarmtrieb ohnehin Raum gebe, ist es nicht so schlimm, eventuell eine Weiselzelle zu übersehen.


Honigernte

Bienenkiste

Zeitaufwand: ungefähr 40 Minuten (alleine)

Arbeit: Ich kippe am Abend vor der Honigernte die Bienenkiste und mache einen Trennschnitt der Honigwaben zum Brutraum. Am morgen des nächsten Tages kippe ich die Bienenkiste erneut und ziehe eine Honigleiste nach der anderen.

Nachteil: Die Honigwaben an den Holzleisten rausziehen braucht ein wenig mehr Fingerspitzengefühl, darum dauert es wohl auch ein wenig länger.

Einraumbeute

Zeitaufwand: ungefähr 20 Minuten (alleine)

Arbeit: Ich öffne den Deckel und nehme ein Rähmchen nach dem anderen aus der Flachzarge. Danach kann ich noch bis zu 4 Rähmchen aus dem Brutraum, natürlich nur wenn keine Brut drauf ist, ernten.

Vorteil: Die Rähmchen rausnehmen geht einfacher und es fühlt sich alles stabiler an.

Fazit: Einfacher und schneller gings in der Einraumbeute, auch konnten die Bienen weiterhin ungestört ein und ausfliegen. Die Bienenkiste ist ja über Stirn gekippt und so sammeln sich während den 40 Minuten schon bis zum Ende viele Flugbienen, die heim kommen und nicht einfliegen können. Ich glaube es macht den Bienen aber nicht soviel, kaum ist die Bienenkiste an ihren Ort zurückgestellt, fliegen alle schnell rein. Die Handhabung der Honigwaben an den Leisten ist auch nicht schwer und im großen und ganz würde ich hier beiden Systemen einen Daumen hoch geben.


Winterbehandlung mit Oxalsäure

Bienenkiste

Zeitaufwand: 5 Minuten

Arbeit: Die Bienenkiste 180 Grad über Stirn kippen und mit der Oberseite in die Wiese legen, sodass die Bodenplatte gen Himmel zeigt. Die Bodenplatte öffnen und nach hinten schieben. Die Oxalsäure über die Bienen träufeln, Bodenplatte wieder verschliessen und die Bienenkiste an ihren Ort zurückstellen.

Vorteil: Ich sehe die Bienen und weiß sofort wie stark ist mein Volk und wie geht es ihnen.

Einraumbeute

Zeitaufwand: 5 Minuten

Arbeit: Deckel öffnen und die Oxalsäure zwischen die Wabengassen träufeln.

Nachteil: Die Rähmchen sind sehr lange, sodass die Bienentraube noch eher unten war. So konnte ich die Oxalsäure nur auf „Good Will“ träufeln, ohne zu wissen, ob ich Bienen damit getroffen habe, oder nicht. Ich wusste weder ob die Behandlung zielführend war, noch habe ich gewusst, wie es den Bienen geht -da ich keine gesehen habe.

Fazit: Für mich ist es unerlässlich zu wissen, wie es dem Volk geht und dazu möchte ich es sehen.


Mein Fazit und meine Erkenntnis

So, ich glaube ihr habt schon ein wenig zwischen den Zeilen gelesen, dass für mich die Bienenkiste die 1. Wahl ist. Ich liebe es das Volk sofort sehen zu können und alle wichtigen Informationen zu bekommen, ohne das ich das Volk stören muss. Ich habe es sehr belastend empfunden, dass ich in der Einraumbeute ohne die Rähmchen ziehen zu müssen nicht sagen kann, wie es dem Volk geht, das heißt ich muss sie immer stören. Ja, natürlich wir sehen das ja nicht, was das im Volk macht, aber ich weiß es und das reicht mir. Außerdem haben die Bienen auch Quer gebaut und so gab es eine richtiger Matscherei bei manchen Rähmchen ziehen … 😦

Weiters bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass wesensgemäße Bienenahltung nur im Stabilbau möglich ist. Wesensgemäß bedeutet für mich nicth nur dem natürlichen Rythmus des Biens zu respektieren, sondern auch das Volk an sich und seine Integrität. Die Bienenkiste kommt hier mit einem Bonus heran, denn sie ist ein mobiler Stabilbau! Das heißt, wenn es notwenig ist – kann ich die Querleiste rausnehmen, welche die Brutleisten hält und so Wabe nach Wabe einzeln ziehen kann.


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Ich freu mich sehr über deine Kommentare und Fragen!

Bis bald, deine Rosi!

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